Es ist äußerst interessant, wenn man Soziologie in der Großstadt betreibt.
Man muss dazu nur einen Blick in den Freundeskreis werfen, um dies zu sehen.
Manch einer glaubt in der Großstadt das El Doroda seines Singles-Leben gefunden
zu haben und der nächste jagt von einem One Night Stand zum anderen. Als noch
komplizierter erweisen sich tendenziell Beziehungen, in denen Fremdgehen oft
nur eine Frage der Zeit ist. Nehmen wir einmal Thilo. Er ist ein erfolgreicher
Thirty-Something, der in einer Marvelo Media Werbeagentur arbeitet und vor zwei
Wochen von seiner Freundin kurzerhand vor die Tür gesetzt wurde. Anstatt sich
der Trauer über das Ende seiner Beziehung hinzugeben, stürzte er sich in einen
Flirt mit Melanie, die als Lehrerin in einem Problembezirk arbeitet. Doch das
war nicht das einzige Treffen mit einem weiblichen Wesen, das Thilo schon so
kurz nach der Trennung hatte. Rein zufällig war seine Immobilienmaklerin Anna
mit Attraktivität gesegnet, so dass Thilo beschloss, die neu gefundene Wohnung
mit leidenschaftlichem Sex einzuweihen. Anna selbst funktioniert nur noch in
ihrem Alltag. Sie ist zwar reich, aber unglücklich mit einem Zahnarzt, der
gerade einen Seitensprung mit einer 19-jährigen Kellnerin hat, verheiratet. Was
fällt also dem soziologisch geneigten Leser auf? In der Großstadt Community
Berlins sind alle ständig auf der Suche nach dem Glück, sie sind Gehetzte ihrer
selbst. Was bleibt dabei auf der Strecke? Die Liebe und oftmals auch die Freude
am Augenblick. Es ist die krankhafte Suche nach dem einen perfekten
Traumpartner, die uns nicht ruhen lässt. Doch Perfektion " erreichte Perfektion
" ist nur das Unglück von morgen.